Sind 10 Jahre Zinsbindung und Mindesttilgung zeitgemäß??

Diese Frage stellte sich bis vor ein paar Jahren überhaupt nicht. Da gab es praktisch nur 2 Arten von Finanzierungsvarianten. Zum einen war die die Zinsbindung über 10 Jahre mit 1% bis max 2% Tilgung, wobei 2% schon sehr ungewöhnlich war. Dies hing aber mit den damaligen recht hohen Zinsen um 5% zusammen, was kombiniert einer sog. 6er (7er) Annuität entsprach. Die 2. Variante war die Bausparlösung, ebenfalls 10 Jahre Zinsbindung und dann die Mindestbesparung in den Bausparvertrag. Der Bausparer wurde zwar so nie zuteilungsreif, aber man konnte eine Teilbausparsumme bilden und die weitere Restschuld wurde dann neu festgeschrieben. Kurioserweise oft mit den selben Voraussetzungen, so dass man nach einer gewissen Zeit nicht selten 3 – 4 Bausparer zu besparen bzw zu tilgen hatte. Dass da dann der ein oder andere kapituliert ist nur all zu verständlich.

Doch welche Möglichkeiten bietet denn der heutige Markt? Sicherlich ist das klassische Annuitätendarlehen (Zins + Tilgung) nach wie vor beliebt. Allerdings sollte man von den 10 Jahren Zinsbindung + % Tilgung weggehen, zumindest bei einer eigengenutzten Immobilie. Dies macht bei dem derzeitigem Zinsniveau einfach keinen Sinn. Die Restschuld nach 10 Jahren ist dann einfach noch so hoch, dass ein Zinsanstieg von 1-2 % dann häufig dazu führt, dass die Finanzierung viel teurer als vorher wird.  Warum gibt es solche Angebote?

Nun, zum einen kann es an der Bonität der Kunden liegen. Aber wer sich bei dem aktuell sehr niedrigem Zinsniveau nur eine 10 Jahres Konditon mit 1 – 1,5% Tilgung leisten kann, der kann sicherlich einen Zinsanstieg in 10 Jahren noch weniger verkraften.

Beispiel: 150.000€ zu 2% Zinsen+ 1,5% Tilgung auf 10 Jahre macht eine Rate von 437,50€ mtl

Restschuld nach 10 Jahren: 125.115,06€

Angenommen, der Zinssatz verdoppelt sich, dann bedeutet dies für die nächsten 10 Jahre:

4% Zinsen + 1,5% Tilgung auf 10 Jahre macht eine Rate von 573,44€ mtl

Das Ganze kann man auch sehr gerne selber einmal hier nachrechnen.

Zum anderen kann ein Berater diese Variante wählen, da auf einem Angebot ein möglichst niedriger Zins und eine niedrige Rate immer gut aussieht. Dem Kunden soll so das Angebot sehr schmackhaft gemacht werden. Seien wir doch mal ehrlich, wer zielt denn nicht darauf ab, möglichst viel Geld für möglichst wenig Rate zu bekommen. Die Konsequenzen kommen dann allerdings in 10 Jahre!!

Darum sollte man sich überlegen, ob man nicht direkt eine Zinsbindung von 20 Jahren nimmt, da wird die Restschuld selbst bei Mindesttilgung wesentlich besser aussehen. Die Rate ist zwar auch dementsprechend höher, aber man hat die Gewissheit, dass man selbst in 20 Jahren einen dann möglichen höheren Zinssatz verkraften kann. Oder man lässt sich ein Angebot inkl Bausparvertrag rechnen, dann sollte aber darauf geachtet werden, dass der Bausparer auch in die Zuteilung kommt. Und dies über den möglichst größten Betrag oder über die Komplettsumme. Ist vielleicht nicht immer die günstigste Variante, aber für Leute, die lieber auf Nummer sicher gehen wollen, eine mögliche Option.

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