Auswirkungen von Corona auf die Krankenversicherung

Corona und Weltkugel // ADAMIETZ & KOLLEGEN GmbH

Blicken wir auf das Jahr 2020 zurück, werden wir fast nur ein Thema in Erinnerung behalten – Corona.  

Aber es geht in diesem Blog nicht um die Pandemie an sich, sondern um die finanzielle Auswirkung auf die privaten und gesetzlichen Krankenkassen. Um das, wie es sich finanziell auf jeden Beitragszahler auswirkt. 

Fairerweise muss ich zugeben, dass eine abschließende Betrachtung derzeit noch sehr schwierig ist, da wir die Pandemie noch nicht überwunden haben. 

Welche Auswirkungen hatte die Pandemie auf die Beiträge der gesetzlicheKrankenversicherung (GKV)? 

m Jahr 2020 war vieles anders, auch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)Operationen wurden verschoben, um medizinisches Personal für Notfall Patienten mit Corona zu mobilisieren und ganze Abteilungen in den Krankenhäusern für Corona Intensiv-Patienten vorzuhalten.  

Durch weniger Operationen entgingen den Krankenhäusern Einnahmen in Höhe von ca. 1,7 Mrd. € bis zum 3. Quartal 2020. Dies wurde in einer Pressemitteilung vom 4.12.2020 veröffentlicht.

Weitere Milliarden Euro (eine Zahl mit 9 Nullen!) fehlten den gesetzlichen Krankenkassen durch Mindereinnahmen aus der Kurzarbeit und zunehmender Arbeitslosigkeit. 

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen gehen von einem Defizit der Einnahmen von über 16 Mrd. € aus! 

Dennoch sollen die Beiträge dieses Jahr nicht weiter steigen, nachdem bereits im Januar die meisten gesetzlichen Krankenkassen den Zusatzbeitrag im Schnitt bereits um 0,2% erhöht haben. 

Sparschwein wird befüllt // ADAMIETZ & KOLLEGEN GmbH

Wie Entwickeln sich die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung? 

Die weitere Steigerung der Beiträge wird durch Auflösung der Rücklagen der gesetzlichen Krankenkassen in die Zukunft verlagert, da nach Aussage der Vorsitzenden des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung „Dr. Doris Pfeiffer“, die Reserven bereits zum Ende des Jahres aufgebraucht sein werden.

Dadurch müssen wir von einer Steigerung der Beiträge ab spätestens 2022 ausgehen. 

Welche Herausforderungen haben die privaten Krankenversicherungen (PKV) bisher in der Pandemie gehabt? 

Der Verband der privaten Krankenversicherungen (PKV-Verband) hat im Jahr 2020 bereits Vereinbarungen mit der Bundesärztekammer und weiteren Verbänden getroffen, um den erhöhten Kosten der Pandemie gerecht zu werden. Es wurde vereinbart, dass eine Zusatzleistung in Höhe von 1,4 Mrd. € zu zahlen ist. 

Zusätzlich beteiligen sich privatversicherte über die Steuern und private Krankenversicherungen (PKV) an dem Steuerzuschuss des Bundes an die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Höhe von ca. 5 Mrd. €, wie aus einem Bericht des deutschen Bundestags hervorgeht. 

Die Beteiligung der Privatversicherten mit 20% am Zuschuss ist sogar überproportional, da in Deutschland 10% privatversichert sind. 

Nach Aussage verschiedener privater Krankenversicherungen wird die Pandemie zu keiner Beitragserhöhung führen, da die PKV bisher durch Corona nicht zusätzlich belastet wurde. 

Sherlock Holmes // ADAMIETZ & KOLLEGEN GmbH

Welche Auswirkungen hat dies auf die Beiträge der privaten Krankenversicherung (PKV)? 

Hier wird es sich zeigen, ob ein Rückgang der Vollversicherten Personen zu erwarten ist, denn neben den Beamten sind besonders Selbstständige und Kleinunternehmer privat versichert. 

Fallen die Selbstständigen und Kleinunternehmer durch Insolvenzen als Beitragszahler aus, könnte es auch in er privaten Krankenversicherung (PKV) zu Beitragserhöhungen kommen, wie bereits 2010

Auch einen Rückgang der Versicherten wie seit 2011 ist möglich, eine konkrete Prognose können wir aber nicht geben.

Hat die private Krankenversicherung einen Vorteil gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung? 

Eine Stärke, neben den Leistungen der privaten Krankenversicherung, ist die Rücklage, die für jeden Versicherten zurückgelegt wird. Diese Rücklage wird, nicht wie in der gesetzlichen Krankenversicherung der Allgemeinheitsondern dem Versicherten gutgeschrieben.  

Berggipfel // ADAMIETZ & KOLLEGEN GmbH

Gibt es einen Sieger? 

Ja, das duale Gesundheitssystem aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Denn es ist bisher ohne sehr große Probleme und übermäßige Beitragserhöhungen gekommen. Wie die Situation nach der Bundestagswahl aussehen wird, ist noch nicht abschließend zu bewerten, doch werden die Rücklagen der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) weiter stark abgebaut und verbraucht. Ein starker Anstieg des durchschnittlichen Zusatzbeitrages der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist ab 2012 zu erwarten, wenn hier nicht gegengesteuert wird. 

Dennis Sevignani

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